Sem. II: Soziolinguistik (franz., sp.)

Mo 14:15-15:45, Phil 756, Beginn: 20.10.08

Dozent: Dr. Aria Adli

LV-Nummer: 53-684



WICHTIG: Alle Teilnehmer des Seminars melden sich bitte VOR DEM 02.10.2008 online an. Der Vorgang ist in wenigen Schritten erledigt und unten unter "Teilnahmebeantragung für den virtuellen Kursraum" beschrieben.

Kurzbeschreibung der Veranstaltung


Thema der Soziolinguistik ist die empirische Untersuchung des Einflusses sozialer Faktoren
auf den Sprachgebrauch. Hierbei rückt man bewusst von der idealisierten Annahme einer
homogenen Sprachgemeinschaft ab und stellt die Heterogenität, die Variation, in den
Mittelpunkt.
Soziale Unterschiede können sich nur an jenen Sprachphänomenen manifestieren, die auch
strukturelle Variation aufweisen, z.B. die Realisierung vs. Nichtrealisierung von liaison im
Französischen oder die Alternanz zwischen Nullsubjektpronomina und ihren overten Pendants
im Spanischen.
William Labov (1963) prägte den Begriff der sprachlichen Variable im Sinne einer strukturellen
Einheit mit zwei oder mehr Varianten, die mit anderen sprachlichen und / oder sozialen
Variablen korrelieren. Diese Varianten unterscheiden sich dabei nicht in der Bedeutung,
sondern in der Form, d.h. sie sind „alternative ways of saying the same thing“ – eine nicht
immer unproblematische Annahme. Solche strukturellen Einheiten kann man auf den
verschiedensten Ebenen festmachen: Phonetik/Phonologie, Syntax, Morphologie, etc.
Allerdings reicht die Identifikation eines sprachliches Phänomen mit verschiedenen,
möglicherweise auch stilistisch distinkten, Varianten nicht aus, um soziale Unterschiede zu
finden. Man muss auch diejenigen sozialen Faktoren identifizieren, welche die
Sprechergemeinschaft in unterschiedliche Soziolekte aufteilen. Neben einer formallinguistischen
Analyse ist also auch eine Sozialstrukturanalyse notwendig.
Die variationistische Soziolinguistik begnügt sich nicht mit einer Bestandsaufnahme der
Soziolekte im Hier und Jetzt. Man versucht anhand einer soziolinguistischen Analyse in der
Gegenwart, Prognosen für den Wandel der Sprache in der Zukunft zu entwerfen. Eine der
Grundthesen ist, dass sich neue sprachliche Formen häufig erst bei Gruppen mit einem
spezifischen sozialen Profil zeigen, bevor sie zur Norm in der Sprechergemeinschaft werden.
Wir werden uns in diesem Seminar mit der soziolinguistischen Theorie beschäftigen. Dabei
werden zu Beginn die Definition wichtiger Begriffe erörtert: sprachliche Variable, Stil, real time
vs. apparent time, Prestigewert, Sozialstruktur, Klasse, etc.


Teilnahmebeantragung für den virtuellen Raum


(1) Sie folgen folgendem Link zum virtuellen Raum der Lehrveranstaltung.  http://www.agoracommsy.uni-hamburg.de/commsy.php?cid=1359582&mod=home&fct=index (2) Sollten Sie noch keine Kennung für das AGORA System haben (das ist immer dann der Fall, wenn Sie bisher noch nicht am AGORA System teilgenommen haben), müssen sie diese nun beantragen. Hierzu gehen Sie auf den Link "Neue Kennung beantragen" und füllen die entsprechenden Felder aus. Wenn Sie schon eine Kennung besitzen, geben Sie einfach Kennung und Passwort an. (3) Nun sehen Sie auf dem Bildschirm das Symbol einer verschlossenen Tür. Klicken Sie auf den Link "Teilnahme beantragen", der sich unter der Tür befindet. Klicken Sie auf der nun erscheinenden Seite auf "E-mail senden".  Nachdem ich ihre Teilnahme dann freigeschaltet habe, können Sie in Zukunft den Raum betreten, indem sie auf den unter (1) genannten Link gehen, ihre persönliche Kennung und Passwort für das Agora-System eingeben und dann auf "Raum betreten" klicken.



Dr. Aria Adli