Sem. II: Markiertheit in der Syntax (Span./Kat.)

Di 16:15-17:45, Phil 756, Beginn: 21.10.08

Dozent: Dr. Aria Adli

LV-Nummer: 53-800



WICHTIG: Alle Teilnehmer des Seminars melden sich bitte VOR DEM 02.10.2008 online an. Der Vorgang ist in wenigen Schritten erledigt und unten unter "Teilnahmebeantragung für den virtuellen Kursraum" beschrieben.

Kurzbeschreibung der Veranstaltung


In der Linguistik bezeichnet man eine Struktur, die die wohlgeformte Standardform
repräsentiert, als unmarkiert. Eine markierte Struktur hingegen bezeichnet eine
Strukturvariante, die weniger „natürlich“ und somit mehr oder weniger suboptimal ist. So ist
z.B. (1a) mit präverbalem Subjekt die markierte und (1b) mit postverbalem Subjekt die
unmarkierte Form. Ein anderes Beispiel ist die markierte Wortstellung wh-Element > Topik in
(2a). Die Abfolge Topik > wh-Element in (2b) ist unmarkiert.


(1a) kat. ?? Per què el metge va receptar aquest medicament?

(1b) kat. Per què va receptar el metge aquest medicament?

(2a) sp. ?? ¿A quién anoche Federico le pidió la mano?

(2b) sp. ¿Anoche a quién Federico le pidió la mano?


Die Beschäftigung mit markierten Strukturen zeigt, dass eine Schwarz-Weiß-Betrachtung, in
der man nur zwischen den beiden Zuständen „grammatisch“ und „ungrammatisch“
unterscheidet, empirisch zu ungenau ist. Vielmehr findet man ein reiches Spektrum an
Graustufen, also verschiedene Grade der Markiertheit. Markierte Strukturen sind häufig
suboptimale Strukturen, wobei wir unter Suboptimalität jenen Bereich fassen, der weder
eindeutig wohlgeformt noch klar ungrammatisch ist. Bei genauerer Sichtung der
grammatiktheoretischen Literatur stellt man fest, dass viele Konstruktionen, die als
grammatisch oder ungrammatisch eingestuft sind, im Grunde in diesen suboptimalen
Zwischenbereich fallen. Wir sind also mit einem zweifachen Problem konfrontiert: Wir haben
erstens die empirische Herausforderung der präzisen Messung von Grammatikalität und
zweitens die theoretische Herausforderung der adäquaten Modellierung von Gradienz in der
Syntax. Die Begriffe Markiertheit, Gradienz und Suboptimalität bezeichnen jeweils
unterschiedliche Aspekte desselben Problems.
In diesem Seminar besprechen wir ausgesuchte Wortstellungsvarianten aus dem Spanischen
und Katalanischen, diskutieren zunächst standard-generative Erklärungsansätze und stellen
uns dann die Frage, wie die Theorie zu modifizieren ist, um auch feinstufige Nuancen in der
Grammatikalität zu erfassen. Vieles spricht dafür, dass Gradienz nicht einfach nur ein
„Störrauschen“ darstellt, das auf Performanzphänomene zurückgeht, sondern dass sie einen
konstitutiven Teil der Kompetenzgrammatik darstellt. Wir stellen in diesem Zusammenhang
ein Modell vor, das auf zwei verschiedene Regel- oder constraint-Typen aufbaut. Es gibt
constraints, deren Verletzung unweigerlich zur Ungrammatikalität führt und constraints, deren
Verletzung markierte, suboptimale Konstruktionen erzeugt. Im Verlauf dieses Seminars
besprechen wir auch empirische Methoden zur Messung gradierter Grammatikalität.


Teilnahmebeantragung für den virtuellen Raum


(1) Sie folgen folgendem Link zum virtuellen Raum der Lehrveranstaltung.  http://www.agoracommsy.uni-hamburg.de/commsy.php?cid=1359659&mod=home&fct=index (2) Sollten Sie noch keine Kennung für das AGORA System haben (das ist immer dann der Fall, wenn Sie bisher noch nicht am AGORA System teilgenommen haben), müssen sie diese nun beantragen. Hierzu gehen Sie auf den Link "Neue Kennung beantragen" und füllen die entsprechenden Felder aus. Wenn Sie schon eine Kennung besitzen, geben Sie einfach Kennung und Passwort an. (3) Nun sehen Sie auf dem Bildschirm das Symbol einer verschlossenen Tür. Klicken Sie auf den Link "Teilnahme beantragen", der sich unter der Tür befindet. Klicken Sie auf der nun erscheinenden Seite auf "E-mail senden".  Nachdem ich ihre Teilnahme dann freigeschaltet habe, können Sie in Zukunft den Raum betreten, indem sie auf den unter (1) genannten Link gehen, ihre persönliche Kennung und Passwort für das Agora-System eingeben und dann auf "Raum betreten" klicken.



Dr. Aria Adli